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Das 1×1 der Beruflichen Vorsorge

Ziele und Schwerpunkte der 2. Säule

Im Gegensatz zu der für die gesamte Bevölkerung obligatorischen AHV ist die Berufliche Vorsorge für Arbeitnehmer ab einem bestimmten Lohnniveau (Eintrittsschwelle) vorgesehen. Mit den Pensionskassenbeiträgen bauen die Erwerbstätigen nicht nur ihre eigene Altersvorsorge auf, sondern versichern gleichzeitig die Risiken Tod und Invalidität.

BVG-Obligatorium und -Überobligatorium

Das BVG ist ein Rahmengesetz und schreibt nur die gesetzlichen Minimalleistungen (BVG- Obligatorium) vor, die von den Pensionskassen stets einzuhalten sind. Daneben kann eine Kasse, wie im Falle der Previs, in ihrem Reglement Leistungen vorsehen, die über die gesetzlichen Mindestleistungen hinausgehen. In diesem Zusammenhang spricht man von einer sogenannten umhüllenden Pensionskasse, die eine Gesamtleistung ausrichtet, in der die obligatorischen und die überobligatorischen Leistungen enthalten sind. Wie hoch der obligatorische Anteil ausfällt, lässt sich nur anhand einer Schattenrechnung bestimmen. Eine solche muss jede umhüllende Pensionskasse führen, um nachzuweisen, dass die Gesamtleistung mindestens derjenigen des BVG-Obligatoriums entspricht.

Grenzbeträge und versicherte Löhne im BVG

BVG-Zins und angewendeter Zins im Obligatorium und Überobligatorium

Der Bundesrat legt den BVG-Mindestzins für den obligatorischen Teil jährlich fest. Unter dessen Beizug entscheidet die Pensionskasse, ob sie diesen Mindestzins übernimmt oder, je nach Geschäftsgang der Kasse, einen höheren oder tieferen Zinssatz – z. B. nach Anlageerfolgen bzw. im Sanierungsfall – fixiert. Für den obligatorischen wie für den überobligatorischen Teil wendet die Previs eine umhüllende Verzinsung an.

Beginn der Unterstellung im BVG (Reglement Art. 6.1)

Arbeitnehmer, die das 17. Altersjahr vollendet haben und einen AHV-pflichtigen Jahreslohn über der Eintrittsschwelle (Stand 2019: CHF 21’330) beziehen, sind ab 1.1. des Folgejahres obligatorisch für die Risiken Tod und Invalidität versichert. Das eigentliche Alterssparen beginnt erst am 1.1. nach vollendetem 24. Altersjahr.

Unterstellung im BVG

Anmerkung: Die gültigen Werte für die Vorsorgelösung Ihres Arbeitgebers können dem Dokument «Vorsorgeplan» – siehe Muster Vorsorgeplan – entnommen werden.

Bei der Previs kann der Arbeitgeber den Sparprozess für seine Mitarbeitenden bereits ab Alter 20 wählen.

Koordinationsbetrag (KOAB) und versicherter Lohn (Reglement Art. 10.2, 10.3)

Als Koordinationsbetrag (auch Koordinationsabzug genannt) wird jener Betrag bezeichnet, der vom AHV-Jahreslohn (Bruttolohn gemäss Lohnausweis) abgezogen wird. Der Restbetrag entspricht dem versicherten Jahreslohn, der als Basis für die Berechnung der ordentlichen Beiträge in der Beruflichen Vorsorge dient. Mit dem Koordinationsbetrag wird berücksichtigt, dass ein Teil des Einkommens bereits in der 1. Säule (AHV/IV) versichert ist. Weiter gehende Informationen finden Sie unter www.previs.ch/masszahlen (PDF).

BVG KOAB: 7/8 der maximalen AHV-Altersrente (2019 = CHF 24’885); für Teilzeitbeschäftigte mit oder ohne Berücksichtigung des Beschäftigungsgrads.1

CHF
AHV-Jahreslohn, Beschäftigungsgrad 100%
./. KOAB
Versicherter Lohn
70’000.00
24’675.00
45’325.00
AHV-Jahreslohn, Beschäftigungsgrad 50%
./. KOAB (24’675 × 50%)
Versicherter Lohn
40’000.00
12’337.50
27’662.50

1 Für neue Anschlussverträge bei der Previs ab 1.1.2015

Es ist auch möglich, den AHV-Jahreslohn ohne Koordinationsbetrag zu versichern oder einen anderen Koordinationsbetrag als derjenige in oben erwähnter Tabelle zu verwenden.

Umwandlungssatz (siehe Reglement Anhang 1)

Mit dem Umwandlungssatz wird das Altersguthaben in eine jährliche Rente (Alters- oder Invalidenrente) umgewandelt. Bei einem Guthaben von CHF 100’000 und einem Umwandlungssatz von beispielsweise 5.8% beträgt die jährliche Rente CHF 5’800. Auch hier wendet die Previs als umhüllende Kasse für den obligatorischen und den überobligatorischen Teil einen einheitlichen Umwandlungssatz an. Die tendenziell steigende Lebenserwartung und die tieferen Ertragsaussichten an den Anlagemärkten wirken sich auf die zukünftigen Renten aus. Für die Pensionskassen hat dies zur Folge, dass bei der Pensionierung das gleiche Altersguthaben über einen längeren Zeitraum ausreichen muss und das verbleibende Kapital tiefer verzinst wird als ursprünglich angenommen. Die Senkung des Umwandlungssatzes ist eine mögliche Massnahme, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, damit auch die Renten zukünftiger Generationen gesichert sind. Bereits laufende Renten unterstehen dem sogenannten wohlerworbenen Recht und sind heute noch unantastbar.

Vorsorgepläne

Der Arbeitgeber ist verpflichtet, sein Personal mindestens nach den gesetzlichen Vorgaben für den obligatorischen Teil oder aber freiwillig mit weiter gehenden Leistungen im überobligatorischen Bereich zu versichern. Die Previs bietet in den Vorsorgewerken Comunitas und Service Public bewährte, modulare Planbausteine für die Bereiche Sparen und Risiko an. Die branchenoffene Sammeleinrichtung ermöglicht die freie Ausgestaltung der Vorsorgelösung, welche exakt auf die Struktur und Bedürfnisse des Anschlusses ausgerichtet werden kann. Der Arbeitgeber bestimmt den passenden Vorsorgeplan – in der Regel paritätisch mit den Arbeitnehmer-Vertretern.

Beiträge Arbeitgeber und Arbeitnehmer

Die Beiträge werden anteilig durch Arbeitgeber und Arbeitnehmer entrichtet. Dabei übernimmt der Arbeitgeber mindestens 50% dieser Kosten. Das Beitragsverhältnis kann zugunsten des Arbeitnehmers verändert werden. Die Beiträge des Arbeitnehmers werden monatlich vom Lohn abgezogen und durch den Arbeitgeber an die Previs entrichtet.

Beiträge/Erträge des dritten Beitragszahlers

Als sogenannter dritter Beitragszahler – neben den Beiträgen von Arbeitgeber und Arbeitnehmer – gelten die Finanzerträge aus den Vermögensanlagen. Mehr zum Thema Anlagen der Previs erfahren Sie unter Die Anlagen – der dritte Beitragszahler oder unter www.previs.ch/vermoegensanlagen.